Die Maus im Mond

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In Amerika, ganz in der Nähe von dem Ort, wo die Menschen Raketen in den Weltraum schießen, hatte eine Maus vor vielen, vielen Jahren einen ungewöhnlichen Traum. Sie wollte unbedingt auf den Mond, denn sie glaubte, nein, sie war sich sicher, der Mond würde aus reinstem Käse bestehen. Sie wollte es unbedingt herausfinden und so beschloss sie, sich auf das verbotene und sehr gut bewachte Raketenstartgelände zu schleichen. Sie war so winzig, dass niemand sie bemerkte.

Schon nach kurzer Zeit stand sie vor einem riesigen Ding, das hoch bis in den Himmel ragte. Das musste sie sein, die Mondrakete! Einige Astronauten trugen gerade Kisten in die Rakete. Das war ihre Chance! Sie hüpfte blitzschnell durch eine offene Tür und versteckte sich in einer Ecke hinter den großen, silbernen Kisten. Es dauerte noch eine ganze Weile, doch auf einmal gab es einen mächtigen Knall. Die Rakete war gerade gestartet. Es wurde furchtbar laut, doch die kleine Maus hatte keine Angst, denn sie wusste: nur noch kurze Zeit und dann würde sie an dem schönsten Ort sein, den sie sich je erträumt hatte.

Endlich waren sie da. Sie kam aus ihrer Ecke hervor und schaute durch ein winziges Fenster. Was sie sah, begeisterte die Maus. So schön gelb und so riesig! Sie konnte es nicht mehr abwarten. Sie lief an den Menschen vorbei, die gerade eine Fahne in den Boden steckten und kletterte hinab in ein riesiges Loch. Gleich würde sie den köstlichen Käse probieren können. Voller Vorfreude rieb sie sich noch einmal genüsslich über den Bauch und dann biss sie zu! „Auuutsch!“, die Maus schrie auf vor Schmerz. Der Käse schmeckte überhaupt nicht nach Käse und er war steinhart.

Die Astronauten hörten den Schrei und liefen zu dem Krater, in dessen Mitte einzig die kleine Maus saß. Sie trauten ihren Augen nicht. „Eine Maus, eine Maus im Mond! Das ist eine Sensation!“

Sie nahmen die Maus mit in die Mondrakete und flogen zurück zur Erde. Doch kaum hatten sie nach der Landung die Tür geöffnet, machte die Maus einen riesigen Satz nach draußen und lief so schnell, dass keiner sie mehr einholen konnte.

Als sie wieder zuhause war, schaute sie hinauf zum Mond. „Schade“, dachte sie, „er ist nicht aus Käse. Aber schön ist er trotzdem!“ Erschöpft von der anstrengenden Reise schlief sie in ihrem Mäusebettchen ein…